EuGH: Katholischer Arzt eventuell zu Unrecht entlassen

Die Kündigung eines katholischen Chefarztes durch ein katholisches Krankenhaus wegen erneuter Heirat kann eine verbotene Diskriminierung darstellen. Foto: Wasin Pummarin/Adobe Stock

Der Chefarzt hatte nach einer Scheidung erneut standesamtlich geheiratet. Weil die erste Ehe nicht kirchlich annulliert wurde, ist die zweite nach Kirchenrecht ungültig. Die Klinik sah darin einen Verstoß gegen seine Loyalitätspflichten und kündigte ihm.

Der Rechtsstreit darüber läuft seit 2009. Es betrifft im Grundgesetz verbürgte Sonderrechte der Kirchen in Deutschland. Im konkreten Fall muss nun das Bundesarbeitsgericht in Erfurt auf der Grundlage des EuGH-Urteils entscheiden.

Die obersten EU-Richter befanden: “Die Anforderung an einen katholischen Chefarzt, den heiligen und unauflöslichen Charakter der Ehe nach dem Verständnis der katholischen Kirche zu beachten, erscheint nicht als wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung.” Ähnliche Stellen seien zudem an Beschäftigte vergeben worden, die nicht katholischer Konfession und damit nicht derselben Anforderungen unterworfen seien. Das deutsche Gericht müsse nun prüfen,…


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