Pflegeheim darf Bewohnern nur in Ausnahmefällen kündigen

Abzuwägen seien die Interessen des alten Menschen, einen Umzug und die damit verbundenen Schwierigkeiten zu vermeiden, und die Interessen des Heims, sich von dem Vertrag zu lösen, begründet das Gericht seine Entscheidung über die unwirksame Kündigung. Foto: Adobe Stock/ niroworld

Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes in Oldenburg hervor, bei der es um ein Altenpflegeheim in Osnabrück ging, das einer Bewohnerin gekündigt hatte. Die Frau dürfe im Heim wohnen bleiben, die Kündigung sei unwirksam, teilte das Gericht am 29. Juli mit. Das Urteil stammt vom 28. Mai und ist rechtskräftig. (AZ: 1 U 156/19)

Im konkreten Fall ging es um eine Seniorin, die 2015 in die Demenzabteilung des Pflegeheims eingezogen war. Nachdem sie nach einem Krankenhausaufenthalt medikamentös neu eingestellt worden sei, habe sie sich viel unruhiger als zuvor gezeigt, hieß es. Die Einrichtung habe ihr daraufhin mit der Begründung gekündigt, sie störe den Heimfrieden erheblich, laufe ständig umher, gehe in die Zimmer anderer Bewohner, öffne dort Türen und Fenster und schaue bei der Intimpflege zu. Sie sei aggressiv, esse und trinke nicht mehr richtig und stelle eine Gefahr für sich und andere dar. In der Vorinstanz hatte schon das Landgericht in…


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