Rothgang-Gutachten: Die Gemüter sind gespalten

Heinz Rothgang hat in einer Studie einen Mehrbedarf von 120 000 Pflegekräften ermittelt.

Foto: David Ausserhofer

Laut Rothgang weist der Assistenzbereich die größten Lücken auf. Sein Fazit stößt aber auch auf Gegenwind. “Ich bin der Ansicht, dass das, was gemessen wurde, ein sehr reduziertes Pflegeverständnis wiedergibt”, so Sabine Bartholomeyczik von der Uni Witten/Herdecke. Es seien hauptsächlich körperorientierte Tätigkeiten gemessen worden. Die pflegerische Arbeit sei aber viel komplexer als im Gutachten dargestellt. Die Schlussfolgerung, dass vor allem Assistenzkräfte benötigt würden, sei deshalb problematisch.

Das mahnte auch Patricia Drube von der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein an. “Unsere Hoffnung, die wir in einen anderen Begriff von Pflegebedürftigkeit gesetzt haben, war, dass Pflegende eben nicht nur ‚ausführende Handwerker‘ sind, sondern sich auch wieder Zeit nehmen können, einen Prozess zu gestalten und zu reflektieren”, so die Kammerpräsidentin. Drube sieht dieses Pflegeverständnis, das kompetente Fachkräfte voraussetzt, im…


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